Die Altmark
Mein Vaterland hat gleichen Ruhm,
Als jenes graue Altertum,
Wo man die sieben Wunder zeigt,
Und sich vor sieben Weisen beugt.
Wo Rom auf sieben Hügeln prangt.
Mein Vaterland doch weiter langt;
Mit sieben Städten1 ists geschmückt,
Und sieben Flecken2
man erblickt.
Der Aemter3
und der Flüsse4 Zahl,
Welch Wunder! - sieben abermal;
Ja sieben Kreise5 obendrein
Bestimmen die Landreiterein.
Von sieben Schlössern6
frührer Zeit
Sich heute keine Sput mehr beut,
Genannt von Enzelt, Helmerich.
Die Bürgschaft nehmen sie auf sich.
Verkehrte Kirchen7
gibt es auch,
Wo nicht nach uraltem Brauch
Die Türme gegen Westen stehn:
Nein, sieben grad nach Osten sehn.
1) Die sieben Städte: Stendal, Salzwedel,
Seehausen, Gardelegen, Tangermünde, Osterburg, Werben
2) Die sieben Flecken: Arneburg, Arendsee, Buch, Calbe, Bismark,
Beetzendorf, Apenburg
3) Die sieben Ämter: Tangermünde, Diesdorf, Arendsee, Neuendorf,
Burgstall, Dambeck, Salzwedel
4) Die sieben Flüsse: Tanger, Uchte, Balsam, Biese, Zehre, Aland
(ursprünglich Milde genannt), Jeetze
5) Die sieben Kreise: Gardelegen, Stendal, Tangermünde, Salzwedel,
Seehausen, Arendsee, Arneburg
6) Die sieben Schlösser: Osterburg, Gladigau, Dolle, Schulenburg,
Goldburg, Falkenberg mit Kripa, Gartizka
7) Die sieben verkehrten Kirchen: Belitz, Staffelde, Hämerten,
Tangeln, Arendsee, Nesenitz, Wallstawe
Vorstehendes Gedicht stammt von Professor Schmidt, der aus Seehausen in der Altmark stammt.
Fortsetzung folgt...